Schloss Cappenberg

Kategorie: Innenarchitektur, Modernisierung, Sanierung
Projekt: Schloss Cappenberg
Bauherr: privat
Ort: Selm-Cappenberg
Baujahr: Karolingisch bis 19.JH
Maßnahme: Innenarchitektur / Modernisierung / Sanierung
Nutzung: Wohnen / Kultur / Gastronomie

Eine ehemalige Kegelbahn des späten 19.JH wurde für die Besucher als Weinstube ausgebaut und hergerichtet. Die Kopfbauten zum Schlosshof waren Teil der Sanierungsmaßnahme.

BRAWO_Projekt_Schloss-Cappenberg_Hofsituation

Ausschnitte aus dem Planungsprozess

Historie

Die Geschichte von Schloss Cappenberg reicht bis in die Zeit der Karolinger zurück. 1122 gründete der letzte Graf von Cappenberg hier das erste Prämonstratenserkloster im deutschsprachigen Raum und trat selbst in den Orden ein. Über sieben Jahrhunderte diente die Anlage als Kloster, bis sie 1803 säkularisiert und später preußischer Staatsbesitz wurde. 1816 erwarb Karl Freiherr vom Stein das Anwesen, ließ es umfassend umbauen und bewahrte es so vor dem Verfall. Sein Wirken prägt das Erscheinungsbild des Schlosses bis heute.

Heute

Heute befindet sich Schloss Cappenberg in Privatbesitz und beherbergt neben den Wohnräumen der Familie die Dauerausstellung „Der Freiherr vom Stein und Cappenberg“ des LWL mit rund 200 Exponaten zur Geschichte des Klosters und seines bedeutenden Besitzers.

Detailblick

Zum historischen Ensemble gehört auch das ehemalige Kegelbahngebäude – ein Massivziegelbau im klassizistisch-italienischen Stil der sogenannten Schweizerhäuser des 19. Jahrhunderts. Inspiriert von einer Reise an die norditalienische Seenplatte ließ der Bauherr das kleine Gebäude als Freizeitbau errichten. Nach wechselnden Nutzungen, unter anderem als Sonntagsschule und später als Hühnerstall, war es über Jahrzehnte dem Verfall ausgesetzt.

Instandsetzung

Im Zuge der denkmalgerechten Sanierung wurde das Gebäude behutsam Instand gesetzt, strukturell ertüchtigt und in seiner architektonischen Qualität wieder erlebbar gemacht. Die charakteristischen Rundbogenöffnungen, die Rundbogentür mit schmiedeeisernen Applikationen und die feine Fassadengliederung wurden sorgfältig restauriert. Heute dient das Haus als Veranstaltungs- und Tagungsort mit gastronomischer Nutzung – ein Beispiel für den respektvollen Umgang mit historischer Bausubstanz und die nachhaltige Weiterentwicklung eines einzigartigen Kulturdenkmals.

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